Ausgabe 3 | 2026

Trocknungsverhalten von Zementestrichen mit hüttensand- und flugaschehaltigen Zementen

Norbert Arnold, Heiko Zimmermann und Philipp Rauscher, Ulm, Thomas Bach, Allmendingen

Zement wird heute überwiegend zur Herstellung von Beton verwendet. Daraufhin werden auch seine Eigenschaften optimiert. Neben der Betonanwendung ist auch die Herstellung von Zementestrichen ein wichtiges, wenn auch erheblich kleineres Einsatzgebiet. Bisher werden dafür überwiegend (noch) CEM I- und CEM II-A/LL-Zemente eingesetzt. Mit dem höher werdenden Bedarf an Produkten mit geringerem CO2-Fußabdruck werden zunehmend Zemente mit höherem Anteil oder anderen Zementhauptbestandteilen, insbesondere Hüttensand und auch Flugasche, für die Herstellung von Zementestrichen propagiert. Estriche als Bauteil unterscheiden sich von Betonbauteilen vor allem durch zwei Eigenheiten: 1. Estriche, als dünne plattenförmige Bauteile weisen eine wesentlich größere Oberfläche im Verhältnis zum vorhandenen Volumen, als übliche Betonteile, z.B. Decken oder Wände, auf. Bauteilverformungen können daher u.a. bedeutsamer werden. 2. Die Trocknung von neu verlegten Estrichen ist für den Bauablauf von erheblicher Bedeutung. Denn erst wenn der neue Estrich genügend trocken ist, und damit den wohl wichtigsten Teilaspekt der so genannten Belegreife erreicht hat, können die nachfolgenden Bodenbelagsarbeiten starten. Dieser Vorgang kann von wenigen Wochen bis zu mehreren Monaten dauern. Bevor bisher unübliche Zemente für die Estrichanwendung empfohlenen werden können, ist es also ratsam, deren Eignung für Zementestrichmörtel genauer zu prüfen.

Ressourceneffizient, zirkulär und nachhaltig: Herstellung und Anwendung von Zementen mit ziegelhaltigen Recyclingbaustoffen; Teil 1

Katrin Severins und Christoph Müller, Düsseldorf, Alexander Winkel, Essen, Benjamin Walter, Vatersdorf, Natalie Gross und Stephan Kreßer, Ludwigshafen am Rhein, Volker Butters, Martin Franzke und Thomas Schuster, Erwitte

Das Forschungsprojekt „R-ZiEMENT“ untersuchte die Verwertung ziegelhaltiger Materialien aus dem Baustoffrecycling und der Ziegelproduktion sowie deren Anwendung in ressourceneffizienten Zementen und dauerhaften Betonen. Es war ein interdisziplinäres Verbundprojekt zwischen Industriepartnern und Forschungsinstituten der Zement-, Beton-, Ziegel- und Recyclingindustrie. Ziel war es, Möglichkeiten zur Reduzierung von CO2-Emissionen durch die Herstellung von R-Zementen mit ziegelhaltigen Recyclingbaustoffen zu ermitteln. Die R-Zemente wurden mit gemahlenen RC-Materialien als Hauptbestandteil hergestellt und erfolgreich in dauerhaltigkeitsrelevanten Zulassungsprüfungen getestet. Dabei wurden sowohl Labor- als auch großtechnische Tests durchgeführt, die die Eignung der Materialien hinsichtlich Umweltverträglichkeit und technischer Standards belegten. Die hergestellten Werkzemente zeigten ein reduziertes Treibhauspotenzial und erfüllten alle relevanten Dauerhaftigkeitskriterien für den praktischen Einsatz im Beton.

Ausbreitmaßprüfung von Frischbeton – Neue Wege durch Anwendung von Künstlicher Intelligenz

Tobias Schack, Hannover und Stuttgart, Max Coenen, Hannover, Robin Coenen, Hannover und Berlin, Michael Haist, Hannover und Stuttgart

In dem Beitrag wird eine KI-basierte, bildbasierte Methode zur Frischbetonprüfung vorgestellt, die die klassische Ausbreitmaßprüfung um objektive, reproduzierbare und digital dokumentierbare Bewertungsgrößen erweitert. Die entwickelte Methode ermöglicht die Bestimmung des Ausbreitmaßes aus einem Einzelbild unter Nutzung des genormten Ausbreittisches als geometrisches Referenzobjekt. Über die reine Konsistenzbestimmung hinaus wird gezeigt, dass sich aus der bildbasierten Analyse weitere Frischbetoneigenschaften ableiten lassen, die bislang überwiegend qualitativ beurteilt werden. Ein wesentlicher Mehrwert des vorgestellten Ansatzes liegt in der quantitativen Bewertung von möglichen Entmischungserscheinungen. Durch die Einführung eines visuellen Stabilitätsindexes zur Beschreibung von Leimrandabsonderungen werden bislang subjektive Augenscheinprüfungen erstmals systematisch, objektiv und reproduzierbar abgebildet.


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