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Ausgabe 11 | 2026

Über die Materialeigenschaften innovativer, klinkereffizienter Zemente mit drei Hauptbestandteilen

Stefan Kubens, Düsseldorf, Werner Remarque, Lengerich, Stefan Hainer, Wiesbaden, Christoph Müller, Düsseldorf, Matthias Mohs, Karlsruhe

Die Dauerhaftigkeit von Bauwerken aus Stahlbeton wird u.a. durch die Materialparameter Karbonatisierungswiderstand und Chlori¬deindringwiderstand gesteuert. Allerdings gibt es – anders als bei der in standardisierte Festigkeitsklassen eingeteilten Druckfestigkeit – bisher kein leistungsbezogenes Klassifizierungssystem für diese Dauerhaftigkeitsparameter. Ein erster Schritt in Richtung eines solchen Systems wäre die Einführung von Expositionswiderstands¬klassen. Eine aktuelle Studie untersuchte, wie Materialvariationen und Dosiergenauigkeit den Karbonatisierungs- und den Chloridwiderstand beeinflussen. In einer ersten Versuchsreihe wurden bisher gängige Zemente (CEM I, CEM II/A-LL, CEM II/B-S, CEM III/A) analysiert. Angesichts der zukünftigen Verfügbarkeit von Rohstoffen und der Bemühungen, die CO₂-Emissionen bei der Zementherstellung weiter zu reduzieren, ist zu erwarten, dass weitere Zementarten künftig noch stärker eingesetzt werden. Daher wurden in einer zweiten Testreihe relativ neue klinkereffiziente Zemente mit drei Hauptbestandteilen, kurz innovative Zemente, wie z.B. CEM II/C-M (S-LL) 42,5 N und CEM V/A (S-P) 42,5 N sowie ein experimenteller CEM X (35 M.-% Klinker, 20 M.-% Hüttensand, 45 M.-% Kalkstein) betrachtet. Der CEM X entspricht in etwa einem CEM VI/B (S-LL) in der für nächstes Jahr zu erwar¬tenden hEN 197-1. Mit jedem Zement wurden zwei Betone mit unterschiedlichen Wasserzementwerten (w/z) hergestellt, wobei die Konsistenzklasse F4 angestrebt wurde. Geprüft wurden die Druckfestigkeit, der Karbonatisierungswiderstand nach DIN EN 12390-12 und der Chloridmigrationskoeffizient nach DIN EN 12390-18.

Betonstraßenbau in Australien

Matthias Müller, Weimar

Abseits der landestypischen Klischees gibt es in Australien viel Spannendes und vielleicht sogar Fremdartiges, auch im Bereich des Betonstraßenbaus zu entdecken. Aus deutscher Sicht ungewöhnlich erscheint die Vielfalt an Bauweisen und die Experimentierfreudigkeit, die sich der australische Betonstraßenbau trotz seiner über 100-jährigen Geschichte bewahrt hat. Der Beitrag gibt einen Einblick in den australischen Betonstraßenbau und beleuchtet sowohl Unterschiede zum als auch Gemeinsamkeiten mit dem Betonstraßenbau in Deutschland.

Anwendungssichere Methoden für einen zielsicheren Verbund zwischen Alt- und Neubeton bei partieller Instandsetzung von Betonfahrbahndecken

Bou-Young Youn-Čale, Bochum

Fahrbahndecken aus Beton können durch starke Verkehrsbeanspru­chung beschädigt werden. Risse, Kantenabbrüche oder Abplatzungen können die Folge sein und der Beton kann die Anforderungen an Griffigkeit, Lärmminderung und Dauerhaftigkeit nicht mehr erfül­len. Die beschädigte Decke muss abgetragen und mit Neubeton instandgesetzt werden. Dabei ist der Verbund zwischen Unter- und Neubeton zielsicher und dauerhaft herzustellen. In bisherigen Studien zur dünnschichtigen Instandsetzung von Betonfahrbahndecken stand die Betontechnologie des Neubetons im Vordergrund. Neben den Eigenschaften des Alt- und Neubetons bestimmen aber auch die Oberflächenrauigkeit und der Feuchtezustand des Altbetons das Verbundverhalten. Im Rahmen von Laboruntersuchungen soll nun der Einfluss unterschiedlich aufgerauter Betonoberflächen auf das Verbundverhalten zwischen Alt- und Neubeton systematisch untersucht werden. Anhand der gewonnenen Erkenntnisse sollen adäquate Verfahren zur Untergrundvorbereitung im Zuge einer dünnschichtigen Betoninstandsetzung detektiert werden, um künftig den Verbund zwischen Alt- und Neubeton und somit das Tragverhalten von instandgesetzten Betonfahrbahndecken gezielt zu verbessern. Die aktuellen Ergebnisse zeigen, dass eine Kombination aus Fräsen und Hochdruckwasserstrahlen (800 bar bzw. 1 200 bar) oder Fräsen und Grinding zu guten Verbundfestigkeiten führen. Vergleichsweise geringe Verbundfestigkeiten wurden hingegen bei einer Kombination aus Fräsen und Kugelstrahlen oder Fräsen und Hochdruckwasserstrahlen mit 1800 bar ermittelt.


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