Ausgabe 5 | 2026

Die Verwendung von Stahlwerksschlacken als industrielle Gesteinskörnung für Beton – Betontechnologische Aspekte

Volkert Feldrappe, Andreas Ehrenberg und Anna Sokol, Duisburg

Stahlwerksschlacken als industrielle Gesteinskörnung für Beton bieten technische und ökologische Potenziale, insbesondere im Hinblick auf Ressourcenschonung und Kreislaufwirtschaft. Eine sichere Prüfung ihrer Raumbeständigkeit, die infolge von z.B. Frei-kalktreiben gefährdet sein kann, ist dabei Grundvoraussetzung für die Nutzung. Diesbezügliche konkrete Vorgaben fehlen jedoch in der europäischen Norm DIN EN 12620 für Gesteinskörnungen in Beton. In dem Beitrag werden die betontechnologischen Untersuchungen eines Forschungsprojekts vorgestellt, in dessen Rahmen ein praxisnahes Prüfverfahren zur Beurteilung der Raumbeständig¬keit entwickelt, statistisch bewertet und durch Langzeituntersuchungen validiert wurde. Die Ergebnisse zeigen, dass mit als raum¬beständig klassifizierten Stahlwerksschlacken leistungsfähige und dauerhafte Betone hergestellt werden können. Die Untersuchungen zur Umweltverträglichkeit, die den zweiten Schwerpunkt des Forschungsprojekts darstellten, werden in einem separaten Beitrag behandelt.

Dauerhaftes und CO2-reduziertes Bauen durch die Anwendung der ERC-Richtlinie

Angelika Schießl-Pecka, München, David Ov und Udo Wiens, Berlin

Die aktuelle Generation der Betonnormen, DIN EN 206 und DIN 1045-2, enthält zur Beschreibung der Leistungsfähigkeit des Baustoffs Beton ein System aus deskriptiven Anforderungen (z.B. höchstzulässige Wasserzementwerte, Mindestzementgehalte etc.) und Klassen (z.B. Expositionsklassen, Konsistenzklassen, Mindestdruckfestigkeitsklassen usw.). Im neuen Eurocode 2 werden so genannte „Expositionswiderstandsklassen“ (englisch ERC = Exposure Resistance Classes) eingeführt, mit deren Hilfe Bewer¬tungskriterien für die dauerhaftigkeitsrelevanten Betoneigenschaften bezüglich einer karbonatisierungs- und/oder chloridinduzierten Bewehrungskorrosion auf Grundlage der Leistungsfähigkeit von Betonen zielgerichteter als bisher festgelegt werden können. Zur Umsetzung des Systems der Expositionswiderstandsklassen wird aktuell in Deutschland die DAfStb-Richtlinie „Dauerhaftigkeit von Betonbauwerken nach dem System der Expositionswiderstandsklassen (ERC-Richtlinie)“ erarbeitet. Somit können in Deutschland künftig Betone durch entsprechende Performance-Prüfungen nach ihrer Leistungsfähigkeit in eine ERC eingeordnet bzw. klassifiziert werden. Durch Anwendung der ERC-Richtlinie können auch Treibhausgasemissionen bei der Herstellung von Beton maßgeblich reduziert werden.

Einsatz von Recycling-Beton im konstruktiven Fertigteilbau

Alice Becke und Saskia Stalberg, Bonn

Die Anforderungen an das nachhaltige Bauen führen u. a. dazu, dass Recycling-Beton zunehmend auch im Betonfertigteilbau verankert wird – und damit auch der Einsatz wiedergewonnener und rezyklierter Gesteinskörnung. Statt in einzelnen „Leuchtturmprojekten“ möglichst hohe Recyclinggehalte umzusetzen, sollte der Fokus auf einer kontinuierlichen Verwendung geringerer Anteile wieder- gewonnener und rezyklierter Gesteinskörnung liegen, denn nur so kann das Ziel erreicht werden, Recycling-Beton als neuen Standard zu etablieren. Wesentliche Grundlagen dafür sind eine frühzeitige Planung und eine flexible Ausschreibung.


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