Ausgabe 6 | 2026

Die Verwendung von Stahlwerksschlacken als industrielle Gesteinskörnung für Beton – Umweltrelevante Aspekte

Volkert Feldrappe, Andreas Ehrenberg und Anna Sokol, Duisburg

Durch die Verwendung von Stahlwerksschlacken als industrielle Gesteinskörnung in Beton können natürliche Ressourcen geschont und zugleich die Kreislaufwirtschaft gestärkt werden. Für Beton nach DIN 1045-2 ist der Einsatz von Stahlwerksschlacken in Deutschland derzeit jedoch faktisch nicht möglich, da sehr restrik¬tive Anforderungen an die Stahlwerksschlacken hinsichtlich der Schwermetallfeststoffgehalte, insbesondere für den Parameter Chrom, eine Anwendung ausschließen. Chrom liegt in Stahlwerks¬schlacken in der toxikologisch weniger relevanten dreiwertigen Form vor. In einem Forschungsprojekt wurde das Umweltverhalten von Betonen mit Stahlwerkschlacke entlang der gesamten Nutzungskette einschließlich der Rezyklierung untersucht. Die Ergebnisse zeigen, dass Schwermetalle in der Betonmatrix wirksam immobilisiert sind und kaum freigesetzt werden. Auch nach dem Recycling werden nur geringe Eluatkonzentrationen gemessen. und die relevanten Eluat¬grenzwerte werden eingehalten. Das Elutionsverhalten korreliert nicht mit der Höhe des Feststoffgehalts, sondern hängt in erster Linie von der Bindung der Elemente im Feststoff ab. Feststoffge¬halte erweisen sich damit als ungeeignetes Kriterium zur Bewertung des Umweltverhaltens von Stahlwerksschlacken im Beton.

Frostwiderstand von Betonen mit klinkereffizienten CEM II/C- und CEM VI-Zementen

Nikita Gula, Sebastian Palm und Christoph Müller, Düsseldorf

Die Verwendung klinkereffizienter Zemente ist ein wesentlicher Baustein zur weiteren Minderung der CO₂-Emissionen von Zement und Beton. Für einen breiten Einsatz ist es wichtig, dass alle Beteiligten Vertrauen in die neuen Produkte entwickeln. Dazu wurde im Forschungsprojekt „Frostwiderstand von Betonen mit klinkereffizienten CEM II/C- und CEM VI-Zementen“ die Datenbasis zur Anwendung neuer, klinkereffizienter Zemente erweitert. Es wurde untersucht, unter welchen Randbedingungen mit CEM II/ C- und CEM VI-Zementen ein ausreichender Frostwiderstand erreicht werden kann. Der Einfluss der Prüfdauer im Würfelprüfverfahren wurde untersucht. Dazu wurde die Prüfdauer von 100 Tagen mit je einem Frost-Tau-Wechsel pro Tag auf 50 Tage mit je zwei Frost-Tau-Wechseln pro Tag reduziert. Dies würde einen flexibleren und effizienteren Einsatz des Prüfverfahrens ermöglichen und Zulassungsprüfverfahren deutlich beschleunigen.

Beton der Zukunft für modulare Bahnsteigsysteme

Reiner Grebe, Burbach

Angesichts der ehrgeizigen Klimaziele der EU spielt Nachhaltigkeit im Bahnbau eine zunehmend wichtige Rolle. Besonders bei Neubauten und der Instandsetzung von Bahnsteigen mit modularen Betonfertigteilsystemen trägt der Einsatz von nachhaltigem Beton maßgeblich zur Reduzierung von CO₂-Emissionen und zur Schonung von Ressourcen bei. Das zeigt auch das von der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU) geförderte Forschungsprojekt „SUScon“ („Sustainable Concrete“). In diesem Projekt entwickelten die HERING Bau GmbH & Co. KG als Bahnsteigspezialist sowie die beteiligten wissenschaftlichen Partner neue Betonmischungen, die – auch unter Verwendung von recycelten Gesteinskörnungen – eine deutliche Verbesserung der CO2-Bilanz von Betonfertigteilen bei gleichbleibender Qualität ermöglichen.


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